Didi geht ganz allein in den Wald und schaut einen riesigen Baum in aller Ruhe an.
Sie versteht Stück für Stück, wie der Baum saubere Luft macht und was in gefälltem Holz versteckt ist.
Es ist Didis kleines Waldtagebuch, das damit endet, dass sie sich beim Baum bedankt.
Ein Schritt in den Wald hinein
Ich setze einen Fuß in den Wald, und auf einmal schmeckt die Luft völlig anders.
Ein Geruch, den ich in der Stadt nie hatte. Feuchte Erde, mit einem leichten, grünen Hauch von frischen Pflanzen.
Ohne nachzudenken, breite ich die Arme weit aus und atme tief ein. Meine Nasenspitze wird ganz kühl, und ich denke nur: ah, das ist schön.
Heute bin ich allein hier. Ohne meine Freunde, weil ich diesen Wald in Ruhe und ganz langsam anschauen will.
Unter meinen Füßen knistert das Laub. Über meinem Kopf fällt das Licht in kleinen Stücken durch die Blätter.
Vor dem größten Baum bleibe ich stehen
Plötzlich bleibe ich vor dem größten Baum des Waldes stehen.
So weit ich den Kopf auch in den Nacken lege, die Spitze sehe ich nicht. Und der Stamm ist so dick, dass ich ihn mit beiden Armen nicht annähernd umfassen kann.
Ich lege meine Handfläche an die raue Rinde. Sie kratzt ein bisschen, ist kühl und richtig hart.
Was wohl da drinnen für ein Geheimnis steckt? Wenn ich neugierig werde, kann ich einfach nicht anders.
Ich habe WAGZAK JUMP geöffnet und „Bäume sind etwas ganz Kostbares" aufgemacht. Ich wollte mir den Baum aus der Nähe ansehen.
Der Baum atmet ein und wieder aus
Auf dem Bildschirm fängt der Baum an, ganz langsam zu atmen.
Er saugt das Kohlendioxid aus der Luft ein, und den Kohlenstoff darin lagert er Schicht für Schicht in seinem Körper ein.
Dann pustet er sauberen Sauerstoff wieder hinaus, wie einen weichen, langen Atemzug.
Was, der Baum macht die Luft selber?
Ich atme noch einmal kräftig ein.
Den Sauerstoff, den dieser große Baum gerade abgegeben hat, ziehe ich gerade in meine Lunge. Total verrückt.
Jetzt verstehe ich auch, warum die Luft schon am Waldeingang so anders geschmeckt hat.
Mein Schreibtisch war früher auch ein Baum
Der Baum schenkt uns nicht nur Luft, solange er lebt.
Auf dem nächsten Bildschirm wird der Baum erst zum Schreibtisch, dann zum Stuhl und schließlich sogar zum Boot und zum Haus.
Wenn ich so darüber nachdenke… stimmt, mein Schreibtisch zu Hause und der Stuhl, auf dem ich jeden Tag sitze, sind auch aus Holz.
Ich fasse beides täglich an, aber daran habe ich noch nie gedacht. Das alles war mal ein lebendiger Baum, irgendwo in einem Wald.
Ist Bäume fällen denn überhaupt in Ordnung?
An dieser Stelle wird mir kurz ein bisschen mulmig.
Wenn man so einfach Bäume fällt, um Möbel zu machen, wird der Wald doch leer und die Luft schlecht, oder?
Aber der Bildschirm gibt mir die Antwort.
Wenn ein Baum sehr, sehr alt wird, lässt seine Kraft, Kohlendioxid aufzunehmen und Sauerstoff zu machen, langsam nach.
Deshalb werden alte Bäume gefällt und weiterverwendet, und an ihrer Stelle werden junge Bäume neu gepflanzt.
Junge Bäume wachsen rasend schnell, atmen viel mehr Kohlendioxid ein und geben viel mehr Sauerstoff ab.
Nur fällen wäre nicht gut. Aber fällen, wieder pflanzen und gut pflegen macht den Wald sogar gesünder.
Das Geheimnis in einer Baumscheibe
Aber wo geht eigentlich der ganze Kohlenstoff hin, den der Baum sein Leben lang gesammelt hat, wenn er gefällt wird?





















