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Ein Traum unter dem Meer – warum sind meine Fingerspitzen blau?

💡 Worum es geht —
Es ist die Geschichte von Didis Traum tief unter dem Meer.
Im Traum sah sie eine Schildkröte, die auf Plastik biss, und beim Versuch, einen hübschen Blauring-Oktopus zu berühren – ein riesiger Schreck!
Als Didi aufwachte, beschloss sie, eine echte Beschützerin des Meeres zu werden.

Puh, meine Hände sind heil

Didi schreckt am Morgen im Bett auf und betrachtet erleichtert ihre Fingerspitzen

„Puh… zum Glück, meine Hände sind heil."

Weißt du, was ich als Allererstes gemacht habe, kaum dass ich die Augen aufgerissen hatte?

Ich habe meine Fingerspitzen angeschaut.

Denn im Traum war ich gerade dabei, einen kleinen, hübschen blauen Oktopus zu berühren.

Da rief jemand „Nicht!", und davon bin ich mit einem Ruck wach geworden.

Mein Herz hat ganz wild geklopft. Was, das war alles nur ein Traum?

Ich kuschelte mich in die Decke, blieb still liegen und ging das Meer, in dem ich gerade gewesen war, noch einmal in Gedanken durch.


Der Traum beginnt mit einer ölverschmierten Möwe

Didi schaut im Traum betrübt eine Möwe an, deren Federn am Strand mit klebrigem Öl bedeckt sind

Der Traum begann irgendwo an einer Bucht.

Das Rauschen der Wellen war so frisch, dass ich rief: „Wow, was für eine schöne Brise!", und genau über mir flatterte eine Möwe ganz angestrengt herum.

Sie schlug mit den Flügeln und rutschte trotzdem immer wieder ab, sie kam einfach nicht richtig hoch.

Als ich näher kam, sah ich, dass ihre Federn voll von einer klebrigen Schicht waren.

Das Meer ist doch so frisch – warum hat es die Möwe dann so schwer?

Wenn das Öl, das aus einem havarierten Schiff entweicht, an den Federn klebt, werden die Flügel zu schwer und der Vogel kann nicht mehr richtig fliegen.

Mir tat das Herz weh. Wenn es oben schon so aussieht – ist es im Wasser darunter denn in Ordnung?

Ich holte einmal tief Luft und tauchte gleich hinunter ins Meer.


Ein wunderschönes Meer – doch im Maul einer Schildkröte…

Didi schwimmt staunend durch ein wunderschönes Meer voller bunter Korallen und Fischschwärme

Am Anfang war es wirklich wunderschön.

Wow, hier unten ist alles noch sauber!

Zwischen bunten Korallen flitzten Fischschwärme an mir vorbei, und das Sonnenlicht tanzte in glitzernden Wellen auf dem Wasser.

Da konnte ich endlich richtig durchatmen – dachte ich.

Didi schaut besorgt auf eine Meeresschildkröte, in deren Maul ein durchsichtiger Plastikbeutel hängt

Ein Stück weiter sah ich eine Schildkröte.

Sie hatte etwas im Maul stecken und schien sich richtig unwohl zu fühlen.

Als ich näher kam, sah ich es: eine durchsichtige Plastiktüte.

Sie muss die Tüte, die im Wasser trieb, für eine Qualle gehalten und kurzerhand zugeschnappt haben.

Wie unangenehm muss sich das angefühlt haben…

Didi schaut zu, wie ein Taucher im Rettungsanzug das Plastik aus dem Maul der Schildkröte zieht

Mein Herz wurde ganz schwer, da kam ein Retter in Taucheranzug heran.

Jemand, der den Meerestieren hilft, sei das, sagten sie.

Ganz vorsichtig zog er der Schildkröte die Tüte aus dem Maul – und stell dir vor, sie schwamm gleich wieder frei und fröhlich weiter!

Puh, was für ein Glück.

Es gibt Menschen, die dem Meer wehtun – aber es gibt auch Menschen, die es so beschützen.


Was sich im Bauch eines Fisches versteckt hatte

Didi schaut sich den Querschnitt eines Fisches an, in dessen Bauch winzige Plastikkörnchen zu sehen sind

Ich schwamm ein Stück weiter und sah einen Fisch, dessen Bauch ganz durchsichtig schimmerte.

Darin waren lauter kleine Körnchen.

Hä, sind das etwa alles Plastikstücke?!

Das Plastik, das wir benutzen und wegwerfen, zerbricht im Meer in immer kleinere Teile, bis nur noch winzige Körnchen übrig bleiben.

Die sind so klein, dass man sie kaum sieht – aber Fische schlucken sie, weil sie sie für Futter halten.

Von außen sah das Meer noch ganz in Ordnung aus, aber im Inneren brauchte es offensichtlich Hilfe.


Eine Hand, die kleine Krabben zurück ins Meer setzt

Didi beobachtet die Hand eines Fischers, der eine winzige junge Krabbe aus dem Netz zurück ins Meer setzt

Weiter weg fing ein Fischerboot Schwimmkrabben mit einem Netz.

Doch im Netz hingen auch winzig kleine Krabbenbabys mit drin.

Hey, wenn ihr auch die ganz Kleinen mitnehmt – was wird dann?

Mir wurde ganz mulmig zumute, doch der Fischer setzte die kleinen Krabben ganz vorsichtig, eine nach der anderen, plitsch-platsch zurück ins Wasser.

Er wartet ab, bis sie groß genug sind, sagte er.

Offenbar gibt es bei jeder Meerestierart eine Mindestgröße und feste Zeiten, in denen man sie fangen darf oder eben nicht.

Die zu kleinen Freundchen schickt man zurück, damit sie in Ruhe weiter wachsen können.

Nur so können die Freunde im Meer dort lange weiterleben. Hihi, jetzt verstehe ich die Regeln des Meeres ein bisschen besser!


Genau in dem Moment, als ich die Hand ausstreckte: „Nicht anfassen!"

Didi schaut mit neugierigen Augen einen kleinen Oktopus mit funkelnden blauen Ringen zwischen den Felsen an

Dann schaute aus einer Felsspalte ein kleiner Oktopus hervor.

Die blauen Ringe an seinem Körper funkelten – sooo hübsch war er.

„Wow, der ist wirklich wunderschön! Darf ich ihn mal ganz kurz anfassen?"

Ich streckte ganz ohne nachzudenken die Hand aus.

Jemand greift schnell nach Didis Hand und Didi hält erschrocken inne

„Nicht anfassen!"

Jemand hielt im letzten Moment meine Hand fest.

Dieser Blauring-Oktopus sieht zwar hübsch aus, sein Körper enthält aber ein sehr starkes Gift.

Im Meer gibt es offenbar eine ganze Reihe schöner Freundchen, die man auf keinen Fall anfassen sollte.

Sie nur von Weitem mit den Augen zu bewundern, schützt sie – und mich gleich mit.

Da hätte ich beinahe etwas richtig Schlimmes angestellt!

Und genau, als ich erleichtert ausatmete, gingen meine Augen auf.


Aufgewacht – doch das Herz war schon entschieden

Didi streckt sich mit einem strahlenden Lächeln in einem von der Morgensonne erhellten Zimmer

Ja, alles war nur ein Traum gewesen.

Der Blauring-Oktopus, die Schildkröte mit der Plastiktüte, die ölverschmierte Möwe.

Für einen Traum aber war alles erstaunlich klar.

Die müden Augen der Schildkröte, die Körnchen im Bauch des Fisches, und diese Stimme, die „Nicht anfassen!" rief.

Ich blieb noch unter der Decke liegen und überlegte.

Das Meer ist weit weg – wenn ihm etwas wehtut, gehen wir oft achtlos daran vorbei, ohne es überhaupt zu bemerken.

Aber ich habe es jetzt gesehen. Wenn die, die es weiß, nichts tut – wer dann?

Ich sprang aus dem Bett und rief sofort Banggu an.


Und so begann das echte Meeresbeschützer-Spiel

Didi zählt zusammen mit Banggu spielerisch das in einer Woche zu Hause verbrauchte Plastik

„Banggu, lass uns Meeresbeschützer spielen!"

Zuerst wollten wir eine Woche lang zählen, wie viel Plastik wir zu Hause überhaupt benutzen.

PET-Flaschen, Tüten, Strohhalme… wow, es waren wirklich viel mehr, als ich gedacht hatte!

Wir wollten dabei nicht meckern, sondern es wie eine Schatzsuche machen: „Wie viele finden wir heute?"

So entdeckten wir auch ganz nebenbei, was wir reduzieren können. Ohne Strohhalm trinken, einen Stoffbeutel einpacken…

Jedes Mal, wenn wir ein Plastikteil weniger benutzen, muss irgendwo eine Schildkröte vielleicht nicht in eine Tüte beißen.

Didi und ihre Familie laufen am Strand entlang und sammeln beim Beachcombing zugleich hübsche Muscheln und Müll auf

Am Wochenende ging ich mit meiner Familie an den Strand zum Beachcombing.

Beachcombing ist ein Spiel, bei dem man am Ufer entlangläuft und das aufsammelt, was das Meer angespült hat.

Wir sammelten hübsche Muscheln und kleine, vom Wasser rund geschliffene Glasstückchen – und nahmen den Müll gleich mit.

Allein der Gedanke, dass das Meer durch das, was ich aufgesammelt hatte, ein klein wenig sauberer wurde, ließ meine Schultern stolz nach oben gehen!

Didi lächelt fröhlich, während sie aus Recyclingmaterial Schildkröten und Fische bastelt

Zu Hause bastelte ich dann mit den eingesammelten Recyclingmaterialien meine Meeresfreunde.

Aus Flaschendeckeln wurde der Panzer einer Schildkröte, aus buntem Papier ein bunter, fröhlicher Fischschwarm.

Und ich schrieb meinen Meeresfreunden auch noch einen kleinen Brief.

„Es tut mir leid. Und ab jetzt passe ich gut auf euch auf."

Den Oktopus aus dem Traum begrüße ich von jetzt an nur aus der Ferne, mit den Augen.

Im nächsten Traum möchte ich statt einer ölschwarzen Möwe wieder eine schneeweiße Möwe sehen, die hoch oben durch die Lüfte gleitet. Hihi.


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Häufig gestellte Fragen

F. Wodurch wird das Meer verschmutzt?

Vor allem durch drei Dinge: Öl, das aus Schiffen entweicht, das Plastik, das wir wegwerfen und das im Meer zu kleinsten Teilchen zerfällt und dann von Fischen verschluckt wird, sowie das Fangen von zu jungen Tieren. Plastik reduzieren und Fische erst ab den vorgeschriebenen Größen und außerhalb der Schonzeiten fangen – das sind sehr wirksame Wege, das Meer zu schützen.

F. Warum darf man den Blauring-Oktopus nicht anfassen?

Der Blauring-Oktopus sieht zwar wunderschön aus, sein Körper enthält aber ein sehr starkes Gift – deshalb sollte man ihn auf keinen Fall anfassen. Im Meer gibt es noch weitere hübsche, aber gefährliche Tiere; es ist besser, sie aus der Ferne nur mit den Augen zu betrachten. Wenn Kinder lernen, vor dem Anfassen unbekannter Meerestiere zuerst Erwachsene zu fragen, schützt das sowohl das Kind als auch das Tier.

F. Welche „Meeresbeschützer"-Aktivitäten kann man mit Kindern zu Hause machen?

Eine ganze Woche lang gemeinsam wie bei einer Schatzsuche zählen, wie viel Plastik die Familie verbraucht, und überlegen, wo man es reduzieren kann. Am Strand Beachcombing machen, also Angespültes – inklusive Müll – aufsammeln. Auch das Basteln von Meerestieren aus Recyclingmaterial oder kleine Briefe an die Meerestiere kommen gut an. Wenn Sie das Ganze als gemeinsames Spiel präsentieren, ohne zu schimpfen oder Schuldgefühle zu erzeugen, machen Kinder viel lieber mit.


Bald komme ich mit der nächsten lustigen Meeresgeschichte wieder. Eure Didi.

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