Es ist die Geschichte von Didis Traum tief unter dem Meer.
Im Traum sah sie eine Schildkröte, die auf Plastik biss, und beim Versuch, einen hübschen Blauring-Oktopus zu berühren – ein riesiger Schreck!
Als Didi aufwachte, beschloss sie, eine echte Beschützerin des Meeres zu werden.
Puh, meine Hände sind heil
„Puh… zum Glück, meine Hände sind heil."
Weißt du, was ich als Allererstes gemacht habe, kaum dass ich die Augen aufgerissen hatte?
Ich habe meine Fingerspitzen angeschaut.
Denn im Traum war ich gerade dabei, einen kleinen, hübschen blauen Oktopus zu berühren.
Da rief jemand „Nicht!", und davon bin ich mit einem Ruck wach geworden.
Mein Herz hat ganz wild geklopft. Was, das war alles nur ein Traum?
Ich kuschelte mich in die Decke, blieb still liegen und ging das Meer, in dem ich gerade gewesen war, noch einmal in Gedanken durch.
Der Traum beginnt mit einer ölverschmierten Möwe
Der Traum begann irgendwo an einer Bucht.
Das Rauschen der Wellen war so frisch, dass ich rief: „Wow, was für eine schöne Brise!", und genau über mir flatterte eine Möwe ganz angestrengt herum.
Sie schlug mit den Flügeln und rutschte trotzdem immer wieder ab, sie kam einfach nicht richtig hoch.
Als ich näher kam, sah ich, dass ihre Federn voll von einer klebrigen Schicht waren.
Das Meer ist doch so frisch – warum hat es die Möwe dann so schwer?
Wenn das Öl, das aus einem havarierten Schiff entweicht, an den Federn klebt, werden die Flügel zu schwer und der Vogel kann nicht mehr richtig fliegen.
Mir tat das Herz weh. Wenn es oben schon so aussieht – ist es im Wasser darunter denn in Ordnung?
Ich holte einmal tief Luft und tauchte gleich hinunter ins Meer.
Ein wunderschönes Meer – doch im Maul einer Schildkröte…
Am Anfang war es wirklich wunderschön.
Wow, hier unten ist alles noch sauber!
Zwischen bunten Korallen flitzten Fischschwärme an mir vorbei, und das Sonnenlicht tanzte in glitzernden Wellen auf dem Wasser.
Da konnte ich endlich richtig durchatmen – dachte ich.
Ein Stück weiter sah ich eine Schildkröte.
Sie hatte etwas im Maul stecken und schien sich richtig unwohl zu fühlen.
Als ich näher kam, sah ich es: eine durchsichtige Plastiktüte.
Sie muss die Tüte, die im Wasser trieb, für eine Qualle gehalten und kurzerhand zugeschnappt haben.
Wie unangenehm muss sich das angefühlt haben…
Mein Herz wurde ganz schwer, da kam ein Retter in Taucheranzug heran.
Jemand, der den Meerestieren hilft, sei das, sagten sie.
Ganz vorsichtig zog er der Schildkröte die Tüte aus dem Maul – und stell dir vor, sie schwamm gleich wieder frei und fröhlich weiter!
Puh, was für ein Glück.
Es gibt Menschen, die dem Meer wehtun – aber es gibt auch Menschen, die es so beschützen.
Was sich im Bauch eines Fisches versteckt hatte
Ich schwamm ein Stück weiter und sah einen Fisch, dessen Bauch ganz durchsichtig schimmerte.
Darin waren lauter kleine Körnchen.
Hä, sind das etwa alles Plastikstücke?!
Das Plastik, das wir benutzen und wegwerfen, zerbricht im Meer in immer kleinere Teile, bis nur noch winzige Körnchen übrig bleiben.
Die sind so klein, dass man sie kaum sieht – aber Fische schlucken sie, weil sie sie für Futter halten.
Von außen sah das Meer noch ganz in Ordnung aus, aber im Inneren brauchte es offensichtlich Hilfe.
Eine Hand, die kleine Krabben zurück ins Meer setzt
Weiter weg fing ein Fischerboot Schwimmkrabben mit einem Netz.
Doch im Netz hingen auch winzig kleine Krabbenbabys mit drin.
Hey, wenn ihr auch die ganz Kleinen mitnehmt – was wird dann?
Mir wurde ganz mulmig zumute, doch der Fischer setzte die kleinen Krabben ganz vorsichtig, eine nach der anderen, plitsch-platsch zurück ins Wasser.
Er wartet ab, bis sie groß genug sind, sagte er.
Offenbar gibt es bei jeder Meerestierart eine Mindestgröße und feste Zeiten, in denen man sie fangen darf oder eben nicht.
Die zu kleinen Freundchen schickt man zurück, damit sie in Ruhe weiter wachsen können.
Nur so können die Freunde im Meer dort lange weiterleben. Hihi, jetzt verstehe ich die Regeln des Meeres ein bisschen besser!
Genau in dem Moment, als ich die Hand ausstreckte: „Nicht anfassen!"
Dann schaute aus einer Felsspalte ein kleiner Oktopus hervor.
Die blauen Ringe an seinem Körper funkelten – sooo hübsch war er.
„Wow, der ist wirklich wunderschön! Darf ich ihn mal ganz kurz anfassen?"
Ich streckte ganz ohne nachzudenken die Hand aus.
„Nicht anfassen!"
Jemand hielt im letzten Moment meine Hand fest.





















