Didi trifft den Maler Van Gogh und fragt vor jedem seiner Bilder: „Warum haben Sie das so gemalt?"
Wirbelnde Sterne, gelbe Sonnenblumen, ein Nachthimmel ganz ohne Schwarz.
Schau mit Didi nach, welches Gefühl in jedem Bild steckt.
Aus einem Zimmer voller Bilder trat ein echter Maler heraus
Didi schaut bei WAGZAK JUMP in ein Zimmer voller Bilder – und plötzlich kommt ein bärtiger Mann herausgeschlendert!
Banggu daneben hielt seinen gelben Luftballon fest und riss die Augen auf. „Didi, da ist gerade ein echter Mensch aus einem Bild herausgekommen!"
An den Wänden hingen Rahmen in einer langen Reihe, und die Farben waren so kräftig, dass wir beide nicht wegsehen konnten.
„Guten Tag, ich bin der Maler Van Gogh." Der Mann lüftete freundlich seinen Hut.
„Wow, haben Sie das alles selbst gemalt?" Ich fragte, und er lächelte warm. „Sollen wir gemeinsam einen Rundgang machen?"
Ich hatte so viele Fragen. Also beschlossen Banggu und ich, ihm von Bild zu Bild zu folgen und einfach zu fragen.
„Warum haben Sie Ihr eigenes Gesicht dreiundvierzig Mal gemalt?"
An der ersten Wand hingen lauter Gesichter, die sich sehr ähnelten.
Ein bärtiges Gesicht, ein Gesicht mit Hut, ein Gesicht in blauem Gewand. Alle dieselbe Person, aber der Ausdruck war jedes Mal ein bisschen anders.
„Wer ist das alles?" fragte ich.
„Das bin alles ich. Diese Bilder von mir selbst nennt man 'Selbstporträts'."
Er zählte an den Fingern ab: „So habe ich dreiundvierzig Stück gemalt. In zehn Jahren."
„Dreiundvierzig Mal?!" Mir werden schon drei Selfies zu viel. Banggu schüttelte seinen Luftballon und rief: „Huch, mir ist sogar eines zu lästig!"
„Ich wollte Menschen malen, aber es war schwer, jemanden zu finden, der mir Modell sitzt. Also habe ich immer wieder mein eigenes Spiegelbild gemalt."
Aha – weil er niemanden hatte, hat er sich selbst im Spiegel gemalt. Irgendwie traurig, aber dass er nicht aufgegeben hat, ist bewundernswert.
„Warum dreht sich der Nachthimmel so?"
Als ich vor dem nächsten Bild stand, entfuhr mir unwillkürlich ein „Wow…"
Der Nachthimmel wogte hin und her, die Sterne schienen sich zu drehen.
„Das ist die 'Sternennacht'." sagte er leise.
„Aber ein echter Nachthimmel dreht sich doch nicht so. Warum haben Sie ihn so gemalt?"
„In meinen Augen sah der Nachthimmel so aus, als würde er lebendig tanzen. Ich habe das Bild gemalt, als ich mich sehr krank und traurig fühlte und mich erholte – da wirkten die Sterne größer und heller."
Dass er in einer so schweren Zeit diesen funkelnden Himmel gemalt hat – da wurde mir ganz warm und traurig zugleich.
Links war etwas, das wie eine Flamme gerade nach oben strebte. Ich fragte: „Ist das Feuer?" – aber es war ein Baum namens Zypresse. Dass ein Baum wie eine Flamme aussieht – er sieht die Welt wirklich auf besondere Weise.
„Warum haben Sie so viele Sonnenblumen gemalt?"
Das nächste Zimmer war ganz in Gelb getaucht. Riesige Sonnenblumen füllten eine Vase.
„Sie mögen Sonnenblumen wirklich sehr, oder?"
„Stimmt. Ich liebte die Sonne von ganzem Herzen. Deshalb mochte ich die Sonnenblume, die ihr so ähnelt."
Und das Bild hatte noch eine Geschichte. Sein lieber Freund Gauguin wollte zu Besuch kommen, also hat Van Gogh sein Atelier mit diesen Gemälden geschmückt.
„Ich habe meinem Bruder Theo sogar in einem Brief geschrieben: 'Das wird ein ganz wunderbares Bild!'" Er lachte verlegen.
Ich schmücke mein Zimmer auch, wenn eine Freundin kommt – genau wie er! Hihihi. Er muss sich so sehr auf den Besuch seines Freundes gefreut haben, dass er einfach einen ganzen Blumengarten aus Bildern zauberte.
„Aber es ist Nacht – und kein einziges Schwarz?"
Das nächste Bild zeigte eine Nacht, die trotzdem warm und hell war. Es hieß 'Caféterrasse am Abend'.
Im Café leuchtete eine große gelbe Gaslampe, und darüber spannte sich ein blauer Himmel voller Sterne.
„Hier habe ich überhaupt kein Schwarz verwendet." sagte er.
Kein Schwarz – in einer Nachtszene?!
„Nur Blau, Lila, Grün und strahlendes Gelb. Am schönsten war der Moment, als ich die Sterne Punkt für Punkt hineingetupft habe."
Ich schaute ganz genau hin – wirklich keine einzige schwarze Stelle! Alles war Blau und Lila. Aber es sah trotzdem wie Nacht aus – so erstaunlich!
Er tat so, als würde er Sterne tupfen, und ich machte mit dem Finger daneben tipp-tipp mit. Hoho.
„Kann man mit Farben allein ein Gefühl von Geborgenheit schaffen?"
Diesmal war es ein kleines Zimmer. Das Zimmer, in dem Van Gogh wirklich lebte: 'Schlafzimmer in Arles'.





















